Der Regiewagen der Nordseedrohne

Der Koffer ist

gepackt

Alles unter einem Dach auf vier Rädern.

Das gesamte Hab und Gut der Nordseedrohne befindet sich auf einem Kofferanhänger. Alle wichtigen und technischen Ausrüstungsteile werden hier ausführlich beschrieben.

Bedenken Sie bitte: Nachdem das Foto vom Innenleben des Kofferanhängers gemacht worden ist (August 2013), sind viele weitere Gegenstände angeschafft worden. Wir haben das Foto aber nicht ständig aktualisiert.

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände sind hier aufgelistet



  • Kofferanhänger

    Der Drohnenwagen - auch Regiewagen oder Bodenstation genannt - hat eine Länge von 406 cm, eine Breite von 204 cm und eine Höhe von 190 cm. Eigentlich hat dieser Kofferanhänger ein zulässiges Gesamtgewicht von 2,7 Tonnen. Er wurde aber heruntergelastet auf 2 Tonnen. Somit können auch Fahrzeuge in der Passat-Klasse diesen Anhänger ziehen. Der Koffer verfügt auch über Stützen, die mit einer Kurbel ausgefahren werden. Das verschafft Stabilität im Stand. Der Koffer hat auch eine Heizung und eine Lüftung. Weiterhin sind zusätzlich Stoßdämpfer eingebaut worden. Somit darf das Zugfahrzeug etwas mehr Gas geben - Höchstgeschwindigkeit 100 km/h.

  • Drohnenschrank

    Der Drohnenschrank beinhaltet, wie der Name schon sagt, die Hightech-Drohnen. Spezielle Schaumstoffaufhängungen schützen die kostbaren Fluggeräte beim Transport. Die Nordseedrohnen haben eine “Spannweite” von Propellerspitze zu Propellerspitze von etwa 120 cm.

  • Mobile Schnitteinheit

    Die bordeigene Schnitteinheit besteht aus einem leistungsstarken Computer, zwei Bildschirmen und einem HD-Kontrollmonitor. Als Schnittsystem ist Edius 7 im Einsatz. Verbaut ist eine Broadcast-SDI-Videoschnittkarte. Weiterhin hat das Team Zugriff auf alle mächtigen Bildbearbeitungsprogramme, die derzeit auf dem Markt sind - z.B. auch die gesamte Palette von Adobe. Allein die Software auf diesem Rechner bewegt sich im fünfstelligen Bereich. Diese Einheit dient der Sichtung des Bildmaterials und der Videoproduktion direkt vor Ort. Der Kunde kann während des Schneidens seine Ideen einbringen und quasi seinen Film gleich mitnehmen.

    Der Computer wird auch für die Datenübertragung an die Drohnen eingesetzt. Wenn man die Drohnen programmieren möchte, dienen als Schnittstelle zwei Bluetooth-Module (Bluetooth V2.0). Hiermit können dann auch Telemetrie-Daten übertragen werden. Die Reichweite wird vom Hersteller des Funkmoduls mit gigantischen 500m angegeben. So kann man bequem und sehr einfach auch die Daten für das Wegpunktefliegen in das Luftfahrtsystem einfügen.

  • Stromerzeuger

    An Bord sind zwar 150 Meter Stromkabel, um an eine Steckdose anzudocken. Doch in der freien Landschaft ist eine Steckdose oft kilometerweit entfernt. Der Regiewagen ist vom umliegenden Stromnetz unabhängig. An Bord befindet sich ein Inverter-Stromerzeuger mit einer Leistung von 2,8 kW. Der 4-Takter brummt im Eco-Modus mit einer Tankfüllung rund 14 Stunden lang.

  • Akku-Ladestation

    Wieso hat der Regiewagen eigentlich 24 Stromsteckdosen? Den größten Teil davon nehmen die Ladegeräte der Akkus ein. Fast jeder Hersteller hat einen eigenen Akku mitsamt eigenem Aufladegerät. Somit ist die Akku-Ladestation immer rappelvoll. Die Nordseedrohne GmbH hat allein rund 3.500 EUR in Ladegeräte und LiPo investiert und kann so jede Menge "Energie" vorhalten. Kurzum: Die Drohnen könnten mit einem kurzen Zwischenstopp zum LiPo-Wechsel den ganzen Tag in der Luft sein, ohne dass die LiPos zur Neige gehen. Aufgrund der mobilen Bodenstation mit eigener Stromversorgung werden leere Akkus vor Ort gleich wieder aufgeladen.

  • Kommunikation

    UMTS und LTE an Bord. Gedrehtes Bildmaterial kann direkt aus der Schnitteinheit zum Fernsehsender oder zum Kunden geschickt werden. Der Regiewagen hat auch einen mobilen Telefonanschluss, kann per E-Mail erreicht werden und auch eine Faxnachricht ist kein Problem. Alle Geräte im Kofferanhänger sind in einem Netzwerk eingebettet. Für die interne Kommunikation stehen Funkgeräte zur Verfügung.

  • Schriftliche Unterlagen

    Es kann natürlich sein, dass das Team mitsamt Ausrüstung von den Ordnungsbehörden kontrolliert wird. Alle Unterlagen sind ständig an Bord: Aufstiegsgenehmigung der Luftfahrtbehörde, Nachweis über den Versicherungsschutz, Flugbuch, Ausbildungsnachweis usw.

  • Treppe

    Es sind zwar nur 61 cm bis zur Kante. Trotzdem hilft dieser massive dreistufige Tritt zur Höhenüberwindung. Sicher ist sicher

  • Video-Operator

    Die Video-Operator-Einheit besteht aus zwei Monitoren und der Funkfernbedienung. Die Drohnen senden über Videostrecken im 5,8 GHz-Bereich zwei unterschiedliche Videobilder in den Regiewagen. Links sieht der Operator das Pilotenbild, rechts das Bild der HD-Kamera, die gerade aufnimmt. Per Fernsteuerung kann die Aufnahmekamera ein- und ausgeschaltet, geneigt und gezoomt werden. Mit der Gier-Funktion geht es um die Kurve. Durch die perfekte Zusammenarbeit zwischen Piloten und Operator entstehen traumhafte Aufnahmen, an die eine “Bodenkamera” niemals heranreicht.

  • Kameraschrank

    In diesen fünf Schubladen befindet sich die Kameratechnik. Dort sind auch die Aufnahmeeinheiten untergebracht. Von der kleinen Action-Kamera bis hin zur Wärmebildkamera. Auch eine Spiegelreflex-Kamera befindet sich im Kameraschrank.

  • Speichermedien

    Das Master eines 5-Minuten-Videos hat mit voller Datenkraft (FullHD 1920x1080) nach dem Schneiden eine Dateigröße von etwa 1 GB. Direkt von der Timeline konvertieren wir dann in alle gewünschten Formate und speichern das Video oder die Fotos auf CD, DVD, Blu-ray oder USB-Stick. Alle möglichen Speichermedien sind an Bord. Der Kunde kann das Bildmaterial somit gleich weiterverwenden.

  • Drucker und Plotter

    Immer mit dabei sind ein Fotodrucker und ein Plotter (Plakatgröße). Mit einer Breite von 62 cm und einer Länge von rund 100 cm erhalten Luftbilder eine besondere Note für den Betrachter. Der Kunde kann somit gleich einen Ausdruck mitnehmen.

  • Funk-Fernbedienung

    Die Funkfernbedienungen (Sender) sind inzwischen so komplex, dass eine ausführliche Beschreibung hier zu technisch wäre. Daher nur ein kurzer Abriss. Der Pilot hat alle Daten, welche Drohne vom Himmel liefert, im Blick und kann jederzeit eingreifen. Er ist jederzeit in der Lage, verschiedene Flugmanöver einzuleiten und durchzuführen. Notfalls auch eine Notlandung. Die Funkstrecke beträgt theoretisch 4.000 Meter. Allerdings fliegt die Mannschaft der Nordseedrohne nur nach Sicht und nach den Auflagen der Luftfahrtbehörden. Die Drohnen haben neben der per Funk verstellbaren unter dem Flugsystem angebrachten und entkoppelten Aufnahmekamera eine fest ausgerichtete “Geradeaus-Kamera” an Bord und liefern dem Piloten ein Livebild direkt auf den angebrachten Monitor. Es gibt auch einen Lehrer/Schüler-Schalter. Unerfahrene Piloten können ihre Übungen und Flugversuche ausführen, während ein erfahrener Pilot die Schulung überwacht und mit einer zweiten Funkfernbedienung jederzeit eingreifen kann.

  • Werkzeug

    Wenn mal eine Drohne streikt und den Dienst quittiert, hat sie schlechte Karten. Es stehen viele Ersatzteile, Klemmen, Platinen und ein Lötkolben bereit. Auch Ersatz-Propeller sind hier untergebracht.

  • Satelliten-Anbindung mit Hin- und Rückkanal

    Der Regiewagen wurde gleich zu Beginn mit UMTS und mit LTE ausgestattet. Leider mussten wir feststellen, dass die Versorgung doch anders aussieht als im Prospekt. Gerade hier an der Küste hat man kilometerweit kaum eine Chance, eine Verbindung mit dem Internet zu bekommen. Und wenn - dann so schwach, dass jede E-Mail fast eine Minute gedauert hat. Jetzt ist es egal, wo der Anhänger steht - nach 10 Minuten Schüssel-Einstellzeit haben wir Kontakt zum FTP-Server und ... natürlich zur ganzen Welt. Im Download liegen wir einen Tick über 10.000 - im Upload haben wir 5.000 auf dem Tacho. So können wir jetzt schnellstens gedrehtes Bildmaterial in das Funkhaus des Friesischen Rundfunks schicken.

  • Stative

    Damit der Pilot, wenn eine Flugpause ansteht, die Funkfernbedienungen nicht in das Gras legen muss, stehen Stative bereit.

  • Bluetooth V2.0

    Wenn man die Drohnen programmieren möchte, dienen als Schnittstelle zwei Bluetooth-Module. Hiermit können dann auch Telemetrie-Daten übertragen werden. Die Reichweite wird vom Hersteller des Funkmoduls mit gigantischen 500m angegeben. So kann man bequem und sehr einfach auch die Daten für das Wegpunktefliegen in das Luftfahrtsystem einfügen.

  • Monitor an der Heckwand

    Wenn sich eine Drohne in der Luft befindet, dauert es im Regelfall nicht lange, bis der erste Zuschauer um die Ecke kommt. Nicht selten sind auch ganze Menschenmengen um den Regiewagen versammelt. Viele versuchen dann, einen Blick auf die Monitore mit den Livebildern im Inneren des Kofferanhängers zu erhaschen. Dabei wird vergessen, dass der direkte Blickkontakt zwischen Pilot und Video-Operator versperrt wird. Abhilfe schafft der 63 cm breite Monitor an der Heckwand. So können alle Interessierten gespannt die Livebilder verfolgen, ohne dem Team im Weg zu stehen. Die Tür wird komplett umgeklappt - und so stehen die Neugierigen mindestens 5 Meter von der Bodenstation entfernt.

  • Rücksicht

    Wenn ein so großer Kofferanhänger am Zugfahrzeug hängt, dann möchte man schon wissen, was hinten passiert. Besonders beim Rückwärtsfahren gab es in der Vergangenheit Probleme, weil der Fahrer erst aussteigen musste, wenn der Hänger in den Hof reingeschoben wurde. Nie weiß man, ob gerade ein anderes Auto hinter dem Koffer steht. Zur eigenen Sicherheit wurde der Kofferanhänger mit einer Rückfahrkamera ausgestattet.

  • Wetterstation

    Eine eigene Wetterstation am Regiewagen liefert dem Team die erforderlichen Daten wie Windrichtung oder Windstärke. Diese Daten werden vom Dach per Funk im Regiewagen in ein Modul eingespeist. Die Philosophie der Nordseedrohne GmbH lässt es nicht zu, dass bei höheren Windstärken eine Drohne startet.

  • Satelliten-Kabel im Briefkasten

    Lange haben wir überlegt, wie wir schnell und ohne Mühe die Kabelzuführung für unsere Satelliten- Anbindung verstauen können. Diana hatte die Idee mit dem Briefkasten. Ruckzuck auf - 20 Meter Kabel raus und fertig

Regiewagen im Einsatz

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